Butterfly Clicking: zwei Finger auf einer Taste
Beim Butterfly Clicking drücken Zeige- und Mittelfinger abwechselnd dieselbe Maustaste. Jeder Finger arbeitet nur im halben Tempo, die Taste bekommt trotzdem die volle Rate. Mit Übung sind 15 bis 25 CPS in einer 10-Sekunden-Runde üblich, sehr geübte Hände erreichen um 30. Ob dieser Wert im Test ankommt, entscheidet zu einem großen Teil die Maus: Viele Modelle filtern so dicht aufeinanderfolgende Klicks heraus.
Zeige- und Mittelfinger platzieren
Beide Finger liegen nebeneinander auf der linken Taste, beide etwa gleich weit vorne. Der Mittelfinger wandert dafür von der rechten Taste herüber, die rechte Taste bleibt frei. Weil kein Finger mehr die Maus von oben stabilisiert, übernehmen Daumen und Ringfinger den seitlichen Halt; der kleine Finger liegt am Ringfinger oder auf dem Pad.
Zeigefinger
- Liegt auf der linken Hälfte der Taste, im vorderen Drittel
- Gibt den Takt vor und drückt zuerst
- Bleibt beim Zielen der Steuerfinger
Mittelfinger
- Liegt auf der rechten Hälfte, nah an der Trennfuge zur rechten Taste
- Drückt versetzt, genau in die Lücke des Zeigefingers
- Ist bei den meisten schwächer und braucht mehr Übung
Liegen die Finger unterschiedlich weit vorn, braucht der hintere mehr Kraft für denselben Klick, weil sein Hebel zum Scharnier der Taste kürzer ist. Der Rhythmus kippt dann zur Seite des vorderen Fingers. Auf schmalen Mäusen mit kurzer Taste hilft es, beide Finger leicht schräg zu stellen oder den Mittelfinger etwas weiter vorne aufzusetzen. Die Finger bleiben gekrümmt und liegen mit den Fingerkuppen auf, nicht mit dem ganzen Glied.
Wechselrhythmus ohne Lücken aufbauen
Eine Maustaste ist ein einfacher Schalter: Ein Klick zählt nur, wenn die Taste zwischen zwei Drücken vollständig losgelassen wurde. Drückt der Mittelfinger, während der Zeigefinger die Taste noch unten hält, entsteht kein neuer Klick. Butterfly funktioniert deshalb nur mit kurzen, federnden Anschlägen: Jeder Finger tippt und hebt sofort wieder ab. Gesucht ist ein gleichmäßiges Trommeln wie mit den Fingern auf der Tischplatte.
- Auf dem Tisch trommeln: Zeige-, Mittel-, Zeige-, Mittelfinger, langsam und gleichmäßig
- Dasselbe Muster auf der Maustaste, 4 bis 5 Klicks pro Sekunde
- Tempo erst steigern, wenn die Konstanz im Test über 70 % liegt
- 5-Sekunden-Runden, bis 15 CPS stabil sind, dann 10 Sekunden
Die Konstanz im Ergebnis des CPS-Tests zeigt, wie gleichmäßig die Abstände zwischen den Klicks waren. Ein niedriger Wert bei hohem Tempo bedeutet meist, dass ein Finger hinterherhinkt und die Klicks paarweise kommen statt im gleichen Abstand. Langsamer werden und den schwächeren Finger bewusst früher setzen hebt den Durchschnitt oft mehr als volle Kraft. Druck nur bis zum Druckpunkt geben: Wer die Taste durchpresst, verlängert die Zeit, in der sie unten bleibt, und blockiert den anderen Finger.
Leichte oder harte Maustaste
Die Auslösekraft der Taste entscheidet, wie viel Kraft und Weg jeder Anschlag kostet. Eine leichte Taste löst mit wenig Druck aus und federt schnell zurück, reagiert aber auch auf zufällige Berührungen beim Ablegen der Finger. Eine harte Taste verzeiht unsaubere Finger, kostet bei 15 Klicks pro Sekunde aber spürbar Kraft und federt langsamer.
| Taste | Vorteil beim Butterfly | Nachteil | Für wen |
|---|---|---|---|
| Leicht, kurzer Weg | Hohe Frequenz bei wenig Kraft, schnelles Zurückfedern | Ungewollte Klicks beim Ablegen der Finger | Geübte, die über 20 CPS wollen |
| Mittel | Klarer Druckpunkt, gut fühlbarer Takt | Etwas mehr Kraftaufwand | Einstieg und Training |
| Hart, langer Weg | Kaum Fehlklicks | Ermüdet nach wenigen Sekunden, Tempo bleibt meist unter 15 CPS | Nicht empfehlenswert |
Neben der Kraft zählt die Bauform. Tasten, die als eigenes Teil vom Gehäuse getrennt sind, geben über die ganze Breite gleichmäßig nach. Bei Mäusen mit durchgehender Oberschale ist die Taste nahe der Trennfuge oft härter, was den Mittelfinger benachteiligt. Ein Wackeln der Taste im Ruhezustand kostet zusätzlich Weg, bevor der Switch auslöst.
Mäuse, die Butterfly-Klicks verschlucken
Jede mechanische Maus filtert schnelle Folgesignale mit einer Entprellzeit (Debounce). Ein Metallkontakt prallt beim Schließen kurz zurück und würde einen Druck sonst als mehrere Klicks melden. Deshalb ignoriert die Maus nach jedem Signal für einige Millisekunden alles Weitere, je nach Modell von etwa 2 bis über 10 ms. Bei 20 CPS kommt im Schnitt alle 50 ms ein Klick, zwei Finger setzen aber oft unregelmäßig und teils nur 10 bis 20 ms hintereinander auf. Fällt ein Druck in die Sperrzeit, geht er verloren.
Typisches Zeichen: Der Wert bleibt bei 10 bis 12 CPS hängen, obwohl beide Finger hörbar klicken. Das ist eine Grenze der Maus, nicht der Technik. Mit einer anderen Maus springt derselbe Spieler oft sofort auf 15 CPS und mehr.
- Gegenprobe zählen: Langsam und bewusst 20 Klicks in 5 Sekunden setzen. Zeigt der Test 20, zählt die Maus sauber, und die Verluste entstehen erst im schnellen Bereich.
- Herstellersoftware prüfen: Nach „Debounce“, „Entprellzeit“ oder „Klickverzögerung“ suchen und den niedrigsten Wert setzen, bei dem noch keine Doppelklicks auftreten.
- Optische Switches: Sie lösen per Lichtschranke aus, prellen nicht und brauchen deshalb kaum Sperrzeit. Für Butterfly sind sie meist die beste Wahl.
- Funk und Energiesparen: Ältere Büromäuse und manche Funkmäuse im Sparmodus filtern stärker oder melden seltener. Kabelbetrieb oder ein voller Akku helfen, sonst nur eine andere Maus.
- Polling-Rate: Bei 125 Hz meldet die Maus nur alle 8 ms. Für Butterfly reicht das rechnerisch, 500 oder 1000 Hz senken trotzdem die Gefahr, dass zwei dicht aufeinanderfolgende Wechsel zusammenfallen.
Auch Spiele und Programme können sehr schnelle Klickfolgen filtern oder auf eine Höchstzahl begrenzen. Der Browser-Test zeigt, was die Maus liefert; was im Spiel ankommt, legt das Spiel fest. Zu niedrig eingestellte Entprellung hat dagegen den umgekehrten Effekt: Die Maus erzeugt Doppelklicks, die nicht gewollt waren. Wie sich das erkennen lässt, beschreibt die Seite Maus klickt doppelt.
Butterfly beim Zielen und Bewegen
Weil zwei Finger auf der linken Taste liegen, steuert die Hand die Maus nur noch über Daumen, Ringfinger und Handgelenk. Das ist stabiler als beim Jitter Clicking, denn die Hand zittert nicht, sondern trommelt. Die Zielgenauigkeit liegt zwischen normalem Klicken und Jitter. Schnelle, weite Bewegungen gelingen schlechter, weil der Mittelfinger fehlt, der die Maus sonst von rechts führt.
Wer zwischen Zielen und Klicken wechselt, legt den Mittelfinger nur für die Klickphase auf die linke Taste und danach zurück. Das kostet einen Sekundenbruchteil, verhindert aber versehentliche Rechtsklicks. Bewegungen aus dem Handgelenk statt aus dem Arm halten den Druck auf der Taste gleichmäßiger. Eine etwas niedrigere DPI-Stufe dämpft das leichte Wippen der Maus, das bei schnellem Trommeln entsteht. Wo jeder einzelne Klick präzise sitzen muss, bleibt normales Klicken mit einem Finger die sicherere Wahl.
Linke und rechte Taste kombinieren
Eine Variante legt den Zeigefinger auf die linke und den Mittelfinger auf die rechte Taste. Sie hilft, wenn die Maus Klicks auf derselben Taste verschluckt, denn jede Taste hat einen eigenen Switch mit eigener Entprellung. Der CPS-Test zählt nur die linke Taste; ein Rechtsklick öffnet das Kontextmenü und zählt nicht. Damit beide Finger zählen, muss die rechte Taste zuerst einen Linksklick senden.
- In der Herstellersoftware der rechten Taste die Funktion „Linksklick“ zuweisen, am besten in einem eigenen Profil.
- Prüfen, ob die rechte Taste im Spiel eine eigene Funktion hat, etwa Zielen oder Blocken. Diese geht im Profil verloren.
- Im Test eine 5-Sekunden-Runde fahren und den Wert mit dem normalen Butterfly auf einer Taste vergleichen.
- Hält ein Finger seine Taste noch gedrückt, während der andere drückt, zählt das System oft keinen neuen Klick. Auch hier gilt: kurz anschlagen, sofort loslassen.
Ohne Neubelegung bringt die Kombination nur dort etwas, wo ein Programm beide Tasten als Klick wertet. Manche Spiele und Anti-Cheat-Systeme stufen umbelegte Tasten oder Profile als unerlaubtes Makro ein; vor dem Einsatz in Online-Spielen die jeweiligen Regeln prüfen.
Belastung und Pausen
Butterfly verteilt die Arbeit auf zwei Finger und belastet den Unterarm weniger als Jitter Clicking. Die Beugesehnen von Zeige- und Mittelfinger arbeiten trotzdem im Dauertakt. Einheiten von fünf bis zehn Minuten mit Pausen zwischen den Läufen reichen. Bei Schmerz, Taubheit oder Kribbeln sofort aufhören; Ziehen in den Fingern oder im Handgelenk, das am nächsten Tag noch spürbar ist, braucht Ruhetage.